Seit inzwischen über neun Jahren lebe ich in Hamburg. Eher unfreiwillig, aber das ist ein anderes Thema. Mord, Totschlag, Schiessereien und Gewalt sind hier inzwischen an der Tagesordnung. Ich nehme als Fenster-offen-Schläferin deutlich wahr, wie über die Jahre immer mehr Einsatzwagen in der Ferne durch die Nächte jagen.

Nun hat es am Donnerstag mal ein Tötungsdelikt in die überregionalen Medien geschafft. Nur kurz natürlich. Und die meisten Überschriften suggerierten auffällig lange einen Unfall.

Als wären der Südsudanese und die Iranerin gleichzeitig auf dem Gleis der U-Bahn in Wandsbek gestolpert und versehentlich zusammen ins Gleis geplumpst. Wenn aber eine Person eine zweite Person gezielt zu sich zieht und mit in den Tod reißt, ist dies mindestens Totschlag, wenn nicht Mord.